Vierte vor! 9:2 gegen Harburg – Olé

Von 21. Februar 2015 Allgemein 2 Kommentare

“Griechisches Gyros”, dieser alt bekannte Gassenhauer von Udo Jürgens – der Herr sei seiner Seele gnädig – musste diesmal der Hintergrundmusik von Julio Iglesias weichen. Gastro-Scout Felix hatte ein kulinarisches Experiment vorgeschlagen und orginal spanisches Tappas, made in Harburg, gebucht. Das erwies sich als Volltreffer – im Gegensatz zu den Einsätzen von René und Sebastian, letzterer hatte den ganzen Abend einen leicht perlmuttschimmernden Glanz in den Augen. Aber der Reihe nach:
Die Harburger hatten ein leicht gequältes Lächeln im Gesicht, als sie feststellen mussten, dass wir erstmals in voller Kampfstärke, also mit den ersten sechs der Meldeliste, antraten. Vorher gab es ein wildes Hick-Hack um die Doppelaufstellung, das ich als Dienstältester und MaFü diktatorisch mit einer eigenmächtigen Ansage beendete: Felix und ich Doppel 1 – was sonst? Und als MVP des abends – dazu später noch mehr – sollte ich auch hier die richtige Entscheidung getroffen haben 3:0! Vermutlich hätte jede andere Aufstellung zum gleichen Ergebnis geführt, aber hätte, hätte… Beeindruckendster Ball in allen Doppeln war eine Säge von René, die dermaßen viel Schnitt hatte, dass der Ball trotz vorsichtigster Rückgabe Richtung Nord-Nord-Ost abzischte.
Die Panade des Abend hat nicht etwa der spanische Koch des Mezon Galizia angerichtet, sonder Bastus, der Otte im ersten Einzel gerade mal 11 Punkte ließ. Leider haben die Harburger keine echte Nr 2, so dass einer oben immer auf die Mütze kriegt. Ich durfte gegen Nitzbon ran, gegen den ich im Hinspiel verlor, trotz guten Spiels. Ich war also vorgewarnt, doch gegen das druckvolle Spiel und die unangenehmen Aufschläge muss man erstmal die richtige Dosierung und Platzierung finden. Nach den engen und spannenden Sätzen 1,3 und 4 erwischte ich im 5. Satz einen Blitzstart mit 5:0 und konnte das Ding nach Hause bringen – Soll mehr als erfüllt.
Boris nahm beim Spanier deutlich mehr Kalorien zu sich als er gegen Fink verbrannte. Trotz leichtem Trainigsrückstand schlug es ein und mit den Noppenaufschlägen wollte sich Fink auch nicht so recht anfreunden. Olaf durfte gegen Michi Sander antreten, gleicher Jahrgang, aber nicht mehr so agil wie der immer jünger wirkende Olaf (Kilos verloren, verzicht auf Alkohol, Gemüseplattee beim Griechen …). Das Saseler Publikum vermisste Balloneinlagen von Oleinikov und wollte sich schon abwenden, doch im letzten Ball des Spiels brachte Olaf eine abgeklappte Vorhand in einer beeindruckenden ballistischen Kurve zielsicher auf der Kante unter. 7:0. Es folgte das Noppenduell von Hoch gegen René. Hoch hatte in der Hinrunde noch oben gespielt, doch nach 4:1 im ersten Satz für René spekulierten wir auf ein zweites “whitewash”. Verspekuliert, denn Hoch legte die Abwehrbälle gut ab und zog sicher gegen Normalschnitt. Die ersten beiden Sätze gingen denkbar knapp an Hoch und René konnte keine Schippe mehr drauflegen. Das sollte 20 Minuten kosten!
Sebastian musste noch einmal ran und zog Nitzbon locker weg, doch der 2. Satz ging etwas leichtfertig verloren und für den extrem unwahrscheinlichen Fall einer Niederlage von Sebastian setzten die Harburger dann doch das Spiel Krause vs Otte an. Den notwendigen 9. Punkt spielte ich in knapp 10 Minuten ein, während Bastus immer noch ackerte und – man glaubt es kaum – verlor. Schlechte Trefferquote gegen die Aufschläge und ein immer gefährlicher Nitzbon bescherte mir den Titel des MVP Player und ein Endergebnis von 9:2. Völlig unstandesgemäß bekam ich nur noch das kalte Restwasser aus der Dusche ab und durfte auch noch Chauffeur spielen, statt in einer Luxussänfte nach Hause geschaukelt zu werden. Aber lieber ein Ford vor der Tür als ein entkerntes SUV in der Werkstatt oder ein perlmuttfarbener Sharan in der Fabrik kurz vor der Auslieferung.
Unsere direkten Verfolger haben auch schon wieder gepatzt und nach den Siegen der anderen Saseler Mannschaften können wir ganz entspannt in die Ferien-Pause gehen. An dieser Stelle ein Gruß an Holger, der spanische Freuden nicht genießen durfte (vielleicht ja doch:), sondern auf einem Kreuzfahrtschiff im nahen Osten den heißen Kampf am kalten Buffet austragen muss.
Im nächsten Spiel geht es gegen die schwächelnden ATVler, die aufpassen müssen nicht noch durchgereicht zu werden. Die Himmelsrichtung schreit geradezu nach Sushi oder anderen Gaumenfreuden, Säntoreini muss noch auf das Popptownspiel warten. In diesem Sinne: Bis neulich beim Training!

2 Kommentare

  • Rene sagt:

    Danke Tom – die Gewichtung des Beitrag zum kulinarischen Teil trifft den Nagel auf den Kopf. Es war ein wunderbarer Abend mit sauleckeren Tapas und schönen Gesprächen. Wäre da nicht meine Niederlage gewesen und die aufkommende Angst, in dieser tollen Mannschaft irgendwann das Spielticket zu verlieren.

    Gut das ich Oleinikov auf der Heimreise auf meinem Beifahrersitz hatte: Gerade rechtzeitig auf der Bramfelder Chaussee rief er “hier jetzt rechts, René …” und wir bogen in sein Wohnquartier ab. Später stellte sich heraus, dass ich mit dem Olaf-Schlenker exakt eine Großkontrolle der Hamburger Polizei umschiffte und mich irgendwelchen Fragestunden zu meinem Warndreieck, dieser Rettungs- oder Warnweste und dergleichen entziehen konnte. Außerdem: Wer weiß, wie das Alkoholgerät von Dräger auf meinen exzessiven Knoblauchgenuss reagiert hätte?

  • Felix B. sagt:

    Wie immer ein Dank an unseren Dauerchronisten Tom – sehr schöne Zusammenfassung unserer kulinarischen Entdeckungsreise nach Harburg-Marmstorf! Ein paar kleine Ergänzungen:
    – Nachdem sich Boris und Olaf nach Ihrer 3:0-Niederlage im Entscheidungsdoppel in Glinde vom Titel “Wahres-Doppel 1” verabschieden mussten, wollten wir Sie eigentlich an Ihrer Stammposition als Doppel 2 wieder aufbauen, wo sie (in der ganzen Saison!) noch kein Spiel verloren haben. Aufgrund unserer vollzähligen Aufstellung mussten sie diesmal aber als Doppel 3 ran und auf der Bank wurde schon vom “wahrscheinlich stärksten Doppel 3 aller Zeiten in der 2.-LL” fabuliert. Doch nix da, sie passten sich der Spielstärke der Gegner an und vergeigten erstmal zielsicher Satz 1 (wobei Olaf nach eigener, unbestrittener, Aussage “nicht einen Ball auf die Platte gespielt” hat). Danach wurde es kaum besser, aber immerhin erfolgreicher, weshalb sie in unserer erfolgsverwöhnten Truppe nunmehr als “Wahres Doppel 3” fungieren!
    – mein eigenes Spiel hat Tom zu Recht mit Missachtung gestraft, das 3:0 kam zu 90% mit schw… Aufschlägen und unforced-errors des Gegners zu Stande
    – das spanische Restaurant war ein absolutes Highlight, mit Rosen auf dem Tisch, Stoffservietten, dezenter Beleuchtung und original spanischem Koch der richtige Rahmen für unsere vorzeitige Aufstiegsfeier! Nur mit dem Knoblauch wurde es dort etwas übertrieben, meine Frau hat sich noch gestern Abend über angebliche Ausdünstungen beschwert…
    Fazit: Wenn das Essen danach länger dauert, als das Punktspiel, dann bringt Tischi doch wieder richtig Laune!!!

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